Erik&Julia-Fanblock in Lyon – Alle Medaillenfarben erreicht

16. Februar 2020 in Allgemein

Richtig, optimalerweise hätte diese WM im November bei den Saxonian Dance Classics stattfinden sollen. Die Bewerbung der French-Open hatte sich bei der Vergabe leider gegen Dresden durchgesetzt. Was dem Zuspruch, live dabei zu sein, keinen wirklichen Abbruch tat. Lyon ist eine Reise wert, zumal wir hochwinterliches Sonnenwetter genießen durften.

Bei der Wahl der Reisemittel gab es zwei Fraktionen:
Die TGV-Abteilung, die lieber mehr Komfort und die längere Reisezeit wählte. Und die Flixbus-Flugabteilung.
Die meisten Fans hatten die Chance auf einen Extra-Tag Stadtbesichtigung in Lyon genutzt.

Die große Sporthalle in Lyon-Gerland war definitiv älter als die meisten Teilnehmer unseres Fanblocks. Insbesondere der Ausflug in die WC-Abteilung: Erinnerungen an längst vergangene Zeiten der Sanitärkultur.

Der Veranstalter hatte die Halle innen durchaus geschmackvoll hergerichtet. Die für 40 € erstandenen Tischplätze hatten französische Stehplatz-Abmessungen. Menschen außerhalb von 90-60-90 Maßen hatten kaum eine Chance, dort hinein zu passen. Die überwiegend französischen Gäste nahmen dies klaglos zur Kenntnis.

Der strategische Platz unseres Fanblocks konnte nicht besser sein. Links die spanische Fraktion. Direkt vor uns eingekesselt die Eltern des französischen Herren. Zur Sicherheit hatten wir rechts davon noch den Erik-Familienfanblock postiert. Den Krach anderer Fangruppierungen konnten wir optimal neutralisieren. Team Deutschland war nicht zu übersehen und noch weniger zu überhören. Wir waren bereit für die Mission Titelverteidigung. Ich hatte neben Deutschlandfahnen auch vorsorglich die Weltmeister-der-Herzen Fahnen eingepackt. Damit diese nach Murphy’s Gesetz vergebens mitfahren.
Bei der After-Show-Party nach dem Turnier haben wir diese dann doch einsetzen dürfen. Bei dieser „Flüsterparty“ im IBIS-Hotel fand Laurens Mechelke in seiner Schlussrede berührende Worte. Er sprach uns aus den Herzen, warum wir nach Lyon gefahren sind. Was Erik & Julia für eine beeindruckende Lebensleistung vollbringen. Das die beiden immer Weltmeister bleiben werden.

Schön war, dass weitere deutsche Turnierteilnehmer aus Berlin und Mainz spontan mitgefeiert haben.
Stichwort: Feiern ohne Ruhestörung. Drei Flaschen Wodka und eine Flasche Gin auf ein geflüstertes Quick-Quick-Slow geleert: Eine weltmeisterliche Leistung.

Eins kann man berechtigt sagen: Der Fanblock hat geliefert. Wir haben geschrien, geklatscht, gewunken. Anna Kravchenko-Mechelke hat uns mit Hustenbonbons gedopt. Unsere beiden Lieblinge ließen sich motivieren und gaben die positiven Emotionen dankbar zurück. Die Stimmung war ausgelassen, alle freuten sich voller Zuversicht auf die Siegerehrung. Zugegeben, ich war so auf das Paar Nummer 19 konzentriert, dass ich die Leistung der Mitfavoriten im Finale gar nicht wirklich einschätzen konnte.
Statistiker sagen, dass Sportler nach 2/3 aller Wettkämpfe traurig über das Ergebnis sind. Bei drei Favoritenpaaren auf den Weltmeistertitel passt diese Quote.

Vor der Verkündung des dritten Platzes kam der Fanblock zur völligen Ruhe. Jetzt wurde es ernst. Unsere Hoffnung, dass jetzt zuerst französische oder spanische Namen aufgerufen werden, erfüllte sich nicht. Ein Gefühl der Traurigkeit erfasste unsere Gruppe. Der erste, der uns aus dieser Ach-Manno-Traueruhe befreite: Erik:
Der mit einem Lächeln auf uns zukam: Hey, ich habe heute WM-Bronze gewonnen.
Der Jubel kehrte zurück.

Obwohl die beiden das seltene Kunststück vollbrachten, einen kompletten WM-Medaillensatz erobert zu haben, gestand Julia: „Ich hätte lieber dreimal Gold.“

Dann ist da noch eine kleine Sache:
Neben 24-Stunden-Dienst, Hausbau, Dienstreise, Ehrenamt, Trainerdasein und Hund nimmt sich der Körper irgendwann das, was er lange vermisst hat: Ruhe. Ich hoffe, dass die beiden nach einer durchgefeierten Nacht und einem Umweg-Flug über Berlin und Istanbul nach Hurghada in Ägypten genau diese Urlaubs-Entspannung finden.
Denn die nächsten Titel-Aufgaben warten schon.
Wir freuen uns drauf. Und bei der deutschen Meisterschaft Latein am 25.04.2020 haben wir in Dresden dann tatsächlich Heimvorteil.

WM Lyon – Erik, Julia und der Fanblock im Hintergrund, Foto: Sebastian Markowski

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