Zum Heulen schön – wenn Träume wahr werden

3. März 2019 in Allgemein, Artikel

Das faszinierende am Sport ist: Manchmal werden unmögliche scheinende Dinge möglich. Die betroffenen Sportler sind vor Glück regelrecht fassungslos.
Aber: Das passiert statistisch so selten, das 99 % der Sportler zwar davon träumen, es jedoch niemals am eigenen Leib erleben.
Ich habe es mit der Formation InsTanz am 02.03.2019 im hessischen Klein Gerau live miterleben dürfen.

Bei Deutschlands Sportart Nr. 1 fallen mir zwei Beispiele ein:
Der 1. FC Kaiserslautern steigt im Jahr 1998 in die Bundesliga auf und wird sofort deutscher Meister.
Griechenland wird 2004 Fußball-Europameister.
Der Mann, der beide Wunder möglich gemacht hat: Otto Rehhagel.
Auch der sächsische JMD-Tanzsport hat eine „Frau Rehhagel“.
Das herrliche ist: Sie unterrichtet in meinem Verein. Ihr Name: Annika Röhl.

Ich habe mir folgende Frage gestellt: Was macht Trainerpersönlichen eigentlich aus, die solche Wunder vollbringen können?
Mein Gefühl: Zuckerbrot und Peitsche.
Eine bedingungslose Hingabe zur Mannschaft, die in schwierigen Phasen mit der Trainerin zusammensteht.
Eine kompromisslose Disziplin, trotz Rückschlägen den eigenen Weg zu gehen. Gerade weil dieser vom „Mainstream“ abweicht, dem viele nacheifern.
Eine Förderung der Sportler mit der simplen Forderung, neben sportlichen Fähigkeiten vor allem menschliche Reife zu entwickeln.

Annika konfrontiert die Tänzer zum Beispiel mit Improvisation.
Impro … was Bitte? Improh Gott … wie soll das bloß funktionieren?
Diese Trainingsmethode fordert Reifung heraus.

Das Thema des Jahres 2019 heißt: I am a human being, nothing can be Alien to me. (Maya Angelou) Ein Statement gegen Rassismus.
Ein Projekt, bei dem alle Tänzer mitarbeiten konnten, sollten, mussten. Schon beim Eintanzen wird klar: Die Tänzer lieben ihre Choreografie.

In der Vorrunde: Gänsehaut, die Augenwassertalsperren sind zum Bersten gefüllt.

Nach der Vorrunde passiert etwas sehr Spezielles: Der Turnierleiter verkündet in chronologischer Reihenfolge die weitergekommenen Formationen. Unsere Nummer ist erstmal nicht dabei.
OK: Es kann als Aufsteiger ja auch nicht immer klappen, dass man auf Anhieb im großen Finale landet.
Als letzte Formation kommt dann doch noch unsere Startnummer: Neben der Glücksseligkeit über diesen Moment schaut die Mannschaft umgehend zu mir: Ob ich da wohl dahinter stecke?

Großes Ehrenwort: Diesmal nicht.  Zugegeben, auch ich ermittle als Turnierleiter manchmal die besten Sportler einer Vorrunde, lasse diese beim chronologischen Vorlesen der Qualifizierten zunächst bewusst aus und jage diesen damit vielleicht einen kleinen Schrecken ein.

Großes Finale: Idealer Losplatz fünf, ein großartiger Durchgang. Danach vergießen die Tänzer gemeinsam Tränen. Die Mannschaft hat technisch und emotional alle Trümpfe rausgelegt. Wir können ganz gelassen auf die Wertung warten. Als vor unserer Wertung immer noch 4 Einsen drin sind, kommt dieser „Oh mein Gott“ Moment.

Ohne Worte 🤩😭😍

Gepostet von InsTanz am Samstag, 2. März 2019

 

Die Wertung 11112 ist noch besser als beim letzten Turnier eine Liga tiefer. Dieses unmöglich scheinende Ergebnis war endgültig zu viel für die Augenwasserspeicher: Die Flüssigkeit muss raus.

Das Wunderbare ist: Ich war als einer von 5 InsTanz-Fans live dabei und hatte ein InsTanz-Backstage-VIP-Paket für dieses Turnier „gebucht“:
Gemeinsames Abendessen mit der Mannschaft. Rote Formations-„Chef“-Glückssocken im Fan-Starter-Set für diese Saison. Ein Instanz-Teamhaarstyling, gratis durchgeführt durch die Chefstylistin der Mannschaft: Nadja.
Denn da war ja noch eine Kleinigkeit bezüglich meiner Haarfarbe zu erledigen, welche ich für den Aufstieg in die Regionalliga verwettet hatte.

Apropos Nadja: Wenn die Mannschaft gerade ein akutes Defizit hat, dann beim Wimpernkleben. Nadja bekam spontan für die geduldigen maskenbildnerischen Nacharbeiten von ihren selbstkritischen Teammitgliedern eine Wochenration ihres Lieblingsgetränks geschenkt: Gin Tonic.

Ich freue mich auf die nächsten Turniere. Ein paar Tränen habe ich beim Schreiben dieses Beitrags eingebüßt, denn es war einfach zum Heulen schön an jenem 02.03.2019 in der Sporthalle Klein Gerau.

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