Excelsior macht den Bus voll

2. Mai 2018 in Allgemein, Artikel

Dieses Erfolgserlebnis hatten wir seit 10 Jahren nicht mehr:
Ein Reisebus mit knapp 50 Plätzen nur mit Mitgliedern unseres Vereins besetzt geht auf Reisen. Zuletzt war das bei der WM 10 Tänze 2008 in Berlin der Fall. Diesmal war das JMD-Turnier in Bernburg unser Ziel.

Auf diesen Tag habe ich mich besonders lange vorher gefreut.
Weil unsere beiden JMD-Formationen zum ersten Mal gemeinsam ein Turnier bestreiten. Weil wir die Turnierleitung stellen durften. Weil wir mit einer Fanpower vor Ort rechnen konnten, die Heimturnierstärke erreicht.
Die Anreise zu einem JMD-Turnier verläuft für gewöhnlich sehr ruhig. Zu früh das Aufstehen und zu hoch das Restschlafbedürfnis der Mitfahrer. Diesmal sollte es noch unruhig werden. Die Sporthalle am Eichenweg in Bernburg hat sich leidenschaftlich gegen unsere Anreise gewehrt. Nachdem wir 8:58 Uhr Ortszeit die Autobahn verlassen hatten, war laut Navi klar, dass wir spätestens 9:10 Uhr am Ort sein müssten.

Pustekuchen. Wir hatten die falsche Halle im Navi drin. Die richtige war zwar nur 2 Kilometer entfernt, aber durch Baustellen vor potenziellen Besuchern gut „geschützt“. Zwei Fehlversuche später in Sackgassen, die mit dem Schild „keine Wendemöglichkeit für LKW“ garniert waren, hatten die mobilen Endgeräte im Bus nun überwiegend die App von Google-Maps auf dem Display.
Und ich habe zwei Dinge über unseren besten Mann vorne links gelernt:
1. Man kann Roberts Puls in die Höhe treiben: Nicht nur, wenn man unbefugt während der Fahrt durch den Bus läuft oder alkoholische Getränke verkleckert…
… sondern auch, wenn man seinen Bus mit PKW-tauglichen Navigationshinweisen in die Gartensiedlung lotsen möchte.
2. Seine demnächst zu absolvierende Meisterprüfung kann kommen: Er kann einen Bus wenden, auch wenn es keine Wendemöglichkeit gibt. So dass selbst seine Bus-erfahrene Ehefrau Franzi lobend nachfragte: Das hast Du wirklich gesehen, dass Du hier rumkommst?
Er hat es gefühlt, dass da noch maximal 2 Millimeter Luft zwischen Bordsteinkante und Reifen gewesen sein müssen.

Um 9:58 Uhr war die Stadtrundfahrt durch Bernburg-Süd beendet und erleichterte Tänzer konnten aussteigen.

Die Halle in Bernburg ist raumtechnisch besonders. Vermutlich nirgendwo anders sind die Zuschauer so nah an den Tänzern dran. Das hat Vorteile, wenn die Emotionen zwischen Publikum und Tänzern ungehindert fließen können. Jedoch Nachteile, wenn Unruhe in der Halle herrscht. Das Publikum in Bernburg war glücklicherweise besonders diszipliniert.
Den Mädels von NeustArt hat das leider nichts genutzt. Die guten Noten im Wertungsgebiet Technik machen Hoffnung. Aber insgesamt reichte es nicht, um noch einmal in der Zwischenrunde tanzen zu dürfen.

Für den Moment waren die Tänzerinnen am Boden zerstört. Aber nach dem Prinzip – Einer für alle, alle für einen – war das ein zusätzlicher Schub für den Auftritt von InsTanz. Weil die Fans noch einmal zulegten. Weil Phil und seine Mädels eine zusätzliche Motivationsspritze hatten, die eigene „Jugendbrigade“ mit einem richtig guten Auftritt zu trösten. Nadja hat bei der Auslosung die „Superzahl“ 1 gezogen. Ein Turnier zu eröffnen, ist für keine Formation ein Traumlos. Instanz hat das souverän gelöst.

Im Finale konnte die Dramaturgie perfekter nicht sein: Vorletzter Startplatz, die Mitbewerber ums Podest waren alle vorher dran, die Stimmung war prächtig.
Weil ich mehrfach danach gefragt wurde: Ja, es stimmt. Ich hatte die qualifizierten Formationen der Oberliga für das große Finale nicht chronologisch bekannt gegeben. Das steigert den Nervenkitzel. Deshalb baten mich manche Tänzerinnen auch ganz herzlich: „Uli, das machst du bitte nie wieder.“
Das kann ich so leider nicht versprechen. Weil es einfach zu verlockend schön ist, dabei zuzusehen, wie befreit manche Menschen tanzen, wenn der Steinbruch vom Herzen gefallen ist. Weil es mit der Qualifikation fürs große Finale doch noch geklappt hat.
Der Finalauftritt von InsTanz war mein persönlicher „Tanz des Turniertages“ insgesamt. Vielleicht der schönste Auftritt unserer Formation überhaupt. Aus der Turnierleiterperspektive war es berührend zu sehen, dass nicht nur die eigenen Fans in den Bann gezogen wurden, sondern die Zuschauer vieler Formationen. Die Wertung war die beste, die InsTanz jemals hatte: 11112.

Hier fließt die Energie zum Publikum: Siegerauftritt von InsTanz

Nach dem Turnier begann das Feiern. Mega-Maine und Ihre Kampfgreifvögel bildeten ein mobiles Spalier, welches die vom Kaufland-Parkplatz abreisenden PKW-Besatzungen mit einer La-Ola-Welle verabschiedeten. Später kamen die Papp-Siegerkronen eines einschlägig bekannten Burger-Restaurants zum Zuge. Welches wir heimsuchten, weil unsere Stadtrundfahrt am frühen Morgen die Schichtpause unseres Busfahrers verlängert hatte. So dass wir genügend Zeit für eine Bernburg-Süd-Wohngebiets-After-Show-Party hatten. Die im Bus mit DJ Phil nahtlos weiterging. Schließlich hatte unser Bus insgesamt drei Einsen in der Endplatzierung gewonnen. Und zum Schluss haben die Mädels von NeustArt tatsächlich einen Wettbewerb ganz allein für sich entschieden: Wer kann den Abschieds-Teamspruch lauter.

So eine Busfahrt die ist schön. Sie darf gerne wiederkommen. Hoffentlich mit Robert Stolzenbach im Cockpit: Wir haben ihm zum Dank letzten Samstag die höchste Auszeichnung des Vereins verliehen: Die Excelsior-Ehrenbusfahrer-Tasse. Denn eigentlich haben Robert & Franzi gerade andere Prioritäten. Aber so kam die kleine Valentina im Alter von einem Monat in den Genuss Ihrer ersten Busreise.

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