Der Fluch von Nossen und der Segen von Düsseldorf

19. November 2017 in Artikel

Erik & Julia verbinden mit diesen beiden Orten viele tänzerische Emotionen. Sie hatten in den letzten Jahren häufiger das (manchmal unglückliche) Vergnügen, an genau diesen beiden Orte ihre wichtigsten Turniere zu tanzen.

Die tänzerischen Spuren der beiden lassen sich insgesamt bis in das Jahr 2002 zurückverfolgen. Nur sehr wenige Paare schaffen es, einen so langen Zeitraum zwangsläufig mit Höhen und Tiefen gemeinsam erfolgreich zu beschreiten.
Aus den Abiturienten von einst sind beruflich erfolgreiche Windanlagenbauer und Ärzte geworden, die beim Finden gemeinsamer Trainingstermine viel Kreativität brauchen. 

Seit 10 Jahren tanzen Erik & Julia in der S-Klasse. Und sind etwa genau so lange als Kaderpaar ein (inzwischen vielleicht sogar das eine) Vorbildpaar für die Nachwuchstänzer in Sachsen.
Nicht deshalb, weil den beiden alles zufliegen würde, sondern weil sie beharrlich an ihren Zielen arbeiten und sich durch nichts entmutigen lassen.
Eines dieser Ziele war es, einmal sächsischer Landesmeister in der Hauptgruppe S-Latein Klasse zu werden. Bei drei Silber-Versuchen war der Goldanteil besonders hoch.
Sofern es tatsächlich einen Tanzgott gibt: Beim allerletzten und besonders tragischen Versuch dieses Jahr in Nossen könnte ihm klar geworden sein, dass er vielleicht in punkto Glück jetzt etwas gut machen kann.
Denn es reicht nicht, die beste Wertung zu haben, die Majoritäten müssen im Tanzsport stimmen.

Deutschlandpokal Kombination 2017, Düsseldorf
Foto: Stille Photography

In Düsseldorf streben Erik & Julia schon seit Jahren nach ihrem zweiten Ziel: Einmal deutscher Meister in der Hauptgruppe II Latein werden. Selbst wenn die beiden nach den Vor-Ergebnissen als Favoriten hingefahren sind, am Ende jubelte stets ein anderes Paar. Nicht zuletzt schien aufgrund der Leistungsdichte der Paare der Heimvorteil im wahrsten Sinne des Wortes Gold wert zu sein.

Die beiden stellten sich durchaus zu Recht manchmal die Frage: Warum muss diese Meisterschaft eigentlich jedes Jahr am anderen Ende der Republik in Düsseldorf sein? Wollen wir dort wirklich noch einmal hinfahren?

Erik & Julia wären nicht Erik & Julia, wenn sie es nicht probiert hätten. Vielleicht ist es genau das Quäntchen Erdung, eines der Ziele nur fast erreicht zu haben, was die entscheidenden Kräfte für das nächste Ziel freisetzt.
Sie haben es geschafft: Deutscher Meister in der Hauptgruppe II Latein.
Wenn sich fünf Paare um die Einsen streiten, gilt mehr denn je: Die Majoritäten müssen stimmen. Und wie diese gestimmt haben :-)! So dass nach 5 Tänzen ein beruhigender Vorsprung herauskam.
Auf diesen Tanz im nachstehenden Video haben beide sehr lange warten müssen: Den Siegertanz einer deutschen Meisterschaft und das wohl verdiente Bad in der Menge.

Julia und Erik gewinnen den Deutschlandpokal HGR II Latein & über 10 Tänze!!!!! Wohoooooooo!!!!

Posted by TSC Excelsior Dresden e.V. on Samstag, 18. November 2017

 
Nebenbei haben sie auch den Titel über 10 Tänze verteidigt: Mit einem dritten Platz in Standard. Damit sind beide der bisher souveränste Gewinner dieser Wertung seit der Einführung.
Demnächst steht beiden ein Abschied bevor: Die Zeitrechnung will es, dass ab Januar in der Altersgruppe das Wort Senioren „auftaucht“.

Das ist gleichzeitig ein Neuanfang: Konnten sich beide bisher Ziele für sächsische und deutsche Erfolge stecken, darf nun der Blick in Richtung Welt gehen.
Wir sind stolz auf euch und wünschen euch die Kraft, die nächsten Ziele in Angriff zu nehmen. Wir wissen, dass die Karten für das nächste wichtige Turnier am 14.04.2018 in Pirna schon bestellt sind. 🙂

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