Lass uns bitte, bitte weinen …

13. November 2017 in Allgemein, Artikel

Diese einprägsäme Aufforderung singt Ina Müller mehrfach dem Publikum vor, während Lilly & Phil leidenschaftlich ihr Duo dazu tanzen. Möglichst in den Himmel hinein. So will es eine weitere Textstelle. Die den Zuhörer der wirklich schönen, gefühlvollen Duomusik zum Träumen verleitet.

Lilly & Phil beim Duo in Walldorf.
Danke an Enrico Tschöpel für das schöne Foto

Der Himmel in Walldorf weinte während der deutschen Meisterschaft Solo/Duo/Smallgroup tatsächlich hemmungslos. Selbst die Turnierleiterin kommentierte das stetige Prasseln auf das Hallendach.

Auch Lilly weinte einmal leidenschaftlich. Und drückte damit das aus, was wir alle im Excelsior-Fanblock in dem Moment fühlten. Wir hatten soeben wie versteinert realisieren müssen, dass die Startnummer 6 heute einfach keine zweite Chance bekommen würde. Im Finale zu zeigen, dass sie es besser können, als es in der Vorrunde geschehen war. Manchmal hat man das Momentum einfach nicht auf seiner Seite. Die Magie ist plötzlich weg, ohne dass sich eine logische Erklärung finden lässt.

Lilly & Phil waren nicht allein: Auch Laura & Lisa, welche in Dinslaken Silber gewannen, mussten im Finale zusehen.

Falls jemand von uns gerade noch im Himmel der Träume eines nicht unerreichbar fernen WM-Tickets nach Warschau war:
Auf die harte Tribüne der Tatsachen der Sporthalle Walldorf zurückgeholt, konnten wir zu sechst vereint (Sportler, Trainer & Fans) den spannenden Kampf um das dritte WM-Ticket verfolgen. Denn zwei Tickets waren aufgrund des Leistungsstandes klar: Unsere Favoriten Andreas & Christina aus Hamburg als Deutscher Meister sowie Cesar & Louisa aus Wuppertal als Vizemeister. Das dritte Ticket hätten viele Duos gewinnen können.

Am Ende gewannen zwei sympathische Sportlerinnen aus Düsseldorf dieses Ticket. Die nach dem 6. Platz in Dinslaken wohl selbst nicht damit gerechnet hatten.
Im Finale hatte genau dieses Duo den magischen Moment des Tages.
Jessica & Marie Christin waren mit dem Ausgang ihrer Darbietung so glücklich, dass beide sich noch auf der Fläche spontan um den Hals fielen und nicht ohne Tränen von der Fläche kamen. Ob es nur Glücks- oder auch Abschiedstränen waren, wissen nur Insider. Weil beide davon ausgehen mussten, dass die Saison nun vorüber sei. Dieses Gänsehautgefühl für Publikum und Wertungsrichter war das letzte Quäntchen für den minimalen Vorsprung in der Wertung.
Und für die Saison-Verlängerung in Warschau.

Mit Absicht ist dieser Bericht antichronologisch erzählt.
Grund: Nach dem ersten Tag der Meisterschaft mit den Solos war die Gemütslage unserer Delegation eine völlig andere…

Lass uns bitte, bitte feiern …  Was wir am Abend bei einem orstansässigen Italiener sehr gerne taten.

Als Lilly am Mittag den tänzerischen Anfang bildete, musste man in Anbetracht des hammerstarken Starterinnenfelds realistisch damit rechnen, dass Lillys Startnummer für die zweite Runde nicht genannt wird. Lilly hat sich sprichwörtlich die Seele aus dem Leib getanzt. Auf den richtigen Moment fokussiert einfach ihr komplettes tänzerisches Potenzial abgerufen. Glückselig waren sich die Excelsior-Tribünengäste nach der Vorrunde sicher: Jetzt sehen wir Lilly garantiert noch einmal im Semifinale der besten 12!

Und wir hatten Recht. Dass drei Finalistinnen aus Dinslaken platzgleich oder direkt hinter Lilly platziert waren, zeigt, was für ein Leistungssprung dieser begeisternde Auftritt war.

Phil hat sich davon inspirieren lassen. Da drei Herren aus der ersten Bundesliga (noch) auf einem anderen Niveau tanzen, ging es darum, möglichst souverän den vierten Platz zu ertanzen. Nachdem uns Zuschauern auch Phil in zwei Durchgängen viel Freude bereitet und seine Ziele erreicht hatte …
… beschlich (vielleicht nicht nur) mich der Gedanke: Wenn die beiden morgen auf einfach diesem Niveau weitertanzen. Ja Wahnsinn, dann könnten sie vielleicht?? …

Wie weiter oben zu lesen war: Es kam anders. Aus einem Blickwinkel ist das auch gut so. Beide können jetzt 100% ihrer Kapzitäten in die Formation InsTanz investieren.
Die Mannschaft braucht derzeit diese volle Kraft mehr denn je. Jetzt, wo die Saisonvorbereitung 2018 in die heiße Phase kommt.

Was mich bei Phil & Lilly besonders fasziniert:
Beide haben die geistigen und tänzerischen Fähigkeiten, drei Choreografien gleichzeitig auf hohem Niveau zu beherrschen und mit den besten JMD-Sportlern in Deutschland mitzuhalten. Beide haben die charakterliche Bodenständigkeit, nicht nur gute Einzel- oder Zweikämpfer zu sein, sondern sich nahtlos mit der gleichen Hingabe in eine (große) Mannschaft wie InsTanz einzufügen.

Mein persönlicher Schlusspunkt in Walldorf:
Den letzten Tanz der Meisterschaft bestritt eine Small Group aus Recklinghausen. Die sechs Damen wurden kampflos Deutsche Meister in der Hauptgruppe II.
Dort lagen die Tickets nach Warschau wohl am dichtesten in unserer tänzerischen Reichweite. Ohne dass ich mir dieser Chance vorher wirklich bewusst war.
Aber: Die Saison 2018 kommt bestimmt und neue choreografische Ideen von Annika haben mir in der Vergangenheit schon viel Freude bereitet :-).

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