Ein Tag voller emotions – Excelsior bounced sein erstes JMD-Turnier

13. Juni 2017 in Artikel, Pressemitteilungen

In dieser Überschrift verstecken sich zwei Informationen: Die Siegerformationen der Verbands- und Oberliga in unserem Gebiet und die Tatsache, dass ein neuer Verein mit JMD-Sparte sein erstes Mal als Turnierausrichter hatte. Ja, wir waren verdammt aufgeregt, ob wir diese Sache gut ausgestalten können. Nach dem Prinzip: Mein weiß ja nie… viermal zu viele Getränke besorgt und doppelt zu viel Essen. Als 30 Minuten vor dem Beginn der Stellprobe noch immer keine Gastmannschaft eingetroffen war, beschlich uns kurz das Gefühl: Man stelle sich vor, wir richten das Ligafinale aus, aber kein Mensch kommt …

Kurz darauf wurde es richtig lebhaft am Einlass und die Sporthalle Bürgerwiese so voll, wie wir uns dies erträumt haben. Wir hatten uns unter anderem das Ligafinale gewünscht, weil dort besonders viele Emotionen in der Luft liegen. Eine Sportlerin kam hinterher zum Turnierleiter und stellte fest: „Uli, Du bringst Frauen zum Weinen.“ Das könnte man als Vorwurf verstehen. An diesem Tag war es ein Lob.
Für Tränen gibt es mindestens drei gute Gründe: Freude, Enttäuschung und Abschied. Die ersten beiden sind eine zwangsläufige Begleiterscheinung eines jeden Sportwettkampfs. Der dritte kommt insbesondere beim letzten Saisonturnier vor, denn bekanntlich ist nichts für die Ewigkeit gleich.

Nach der Verbandsliga war das erste Mal Zeit für emotions. Zwei Tänzerinnen der gleichnamigen Siegerformation baten um das Mikrofon und dankten rührend ihren Trainern und Betreuern. Die ersten Tränen waren erfolgreich vergossen. Der Siegertanz inmitten der anderen Formationen konnte kommen. Der Turnierleiter bat daraufhin das Publikum, noch zwei Stunden im Saal zu bleiben. Die Oberliga anschauen und ganz zum Schluss das Highlight des Turniertages live erleben. Sehr viele Zuschauer sind der Bitte gefolgt. Die meisten spannender Erwartung, welcher Leckerbissen da wohl kommen könnte. Nur Annika Röhl als Cheforganisatorin der Helfermannschaft war in panischer Unwissenheit, was ihr Vereinschef da wohl ausheckt.

Im Vorfeld der Veranstaltung hatten wir einen Sponsor gefunden. Die großen Vorbilder zahlreicher JMD-Tänzerherzen „la Nouvelle Experience“ sollten als Krönung des Ligafinales für uns tanzen. Zwei kurzfristige Ausfälle zwangen die Hamburger Formation dann schweren Herzens zur Absage. Sollte der Chef das etwa vergessen haben?

So fragte Annika zuerst ihren Mannschaftskapitän Phil Schwarick: „Weißt du, was Uli geplant hat?“
Natürlich wusste Phil genau Bescheid, schließlich konnte er als Hauptdarsteller des bevor stehenden Highlights weder vernünftig schlafen noch Essen und Trinken. Und hoffte inständig, dass die Ankündigungen des Turnierleiters endlich aufhören. Er nahm seine emotionale Kraft für eine Notlüge zusammen: „Nein, aber frag ihn doch selbst.“

Vorher durfte Phil und alle anderen Mittänzer(innen) der Oberliga zweimal tanzen, um die Ligasaison sportlich zu beschließen. Die Dramaturgie konnte nicht perfekter sein. Die Begrüßungs- und Siegerehrungsmädchen der künftigen Jugendformation NeustART wünschten sich einen der schönen Pokale in der heimischen Excelsior-Clubheim-Vitrine. Als Annika dann ihren Eleven erklärte, dass das wohl nicht klappen wird, fragte eine von ihnen verwundert: „Aber ihr könnt doch auch gewinnen?“ Ja grundsätzlich schon, aber … am Ende hat es doch zum Happy-End gereicht. Der Pokal für den dritten Platz darf in die Vitrine mitkommen.

Durch den Sieg der Moskitos gab es zwei Mannschaften auf Platz eins der Ligatabelle. Die Einzelwertungen mussten den Aufstieg entscheiden. Bei den Moskitos konnte Anne Schröder somit im ersten Jahr als Cheftrainerin einen Erfolgsschub auslösen. Daniela Blümner hat die vergangenen acht Jahre für ihre Formation Bounce als Trainern gekämpft, gefeiert, gelitten und selbst leidenschaftlich mitgetanzt. Man soll aufhören, wenn’s am Schönsten ist. Diese Saison konnte richtig schön werden, denn der Aufstieg in die Regionalliga war zum Greifen nah. Gemäß dem Sprichwort „Tränen sind der Schweiß der Seele“ stand den Seelen der Bounce-Mädels nun ein Saunagang bevor.

Die ersten Starkniederschläge an den Sehorganen der Formationsmitglieder setzten sofort nach dem großen Finale ein, als Bounce von der Fläche kam. Noch konnte niemand wissen, dass Daniela erst den vorletzten Tanz ihrer Leistungssport-Karriere absolviert hatte.
Als der Turnierleiter bei der Siegerehrung dieses Insider-Wissen mit dem Publikum teilte und das Ergebnis der Auszählung der Einsen und Zweien bekanntgab, war es erneut geschehen: Freuden- und Abschiedstränen mischten sich zum nächsten kräftigen Schauer. Persönliche Emotionen sind glücklicherweise in einer JMD-Darbietung nicht verboten. Spontane Umarmungen auch nicht. Mit diesen neuen Choreografie-Elementen durfte Bounce seinen Siegertanz inmitten der anderen Formationen zelebrieren.

Diese emotionale Grundfeuchte im Saal war der perfekte Moment für das Schlusswort der Athleten. Im letzten Jahr in Jena war es eine spontane Idee von Phil Schwarick. In diesem Jahr hat er oft geprobt und am Ende vor lauter Aufregung doch kaum etwas wie geplant erzählt.
Mit tränenergriffener Stimme und rührenden Worten fand er das ideale Dankeschön-Rezept für ein sehr menschliches JMD-Ligajahr. Mit gewachsenen Freundschaften und Fairplay. Der letzte und emotionalste Dank galt allen Trainern, insbesondere seiner Trainerin. Annika hatte ihr Gesicht in ihren Händen verborgen. Sie bereitete alle Standard-, Latein- und sonstigen Tanzchoreografien vor dem geistigen Auge vor, um auf jedes erdenkliche „Attentat“ eine Antwort zu haben. Die gewünschte Antwort hatte jedoch einfach nur zwei Buchstaben. Als Phil dann vor Annika niederkniete und eine Schachtel mit künftigem Ehe-Schmuck hervorholte, war es dann soweit: Die brechend vollen Augenwasser-Reservoirs vieler Zuschauer im Saal liefen nun endgültig über.
Es waren somit keine Welt- und Europameister nötig, die Tänzer selbst konnten den angekündigten Schlusspunkt setzen.

Kniefälle macht Phil Schwarick im Beisein seiner Trainerin öfter. Doch hoffentlich nur einmal wird er dabei eine Schachtel mit zwei Ringen hervorholen…

Als ich um 19:30 Uhr die leere Sporthalle Bürgerwiese in Dresden abschloss, überkam mich ein spontanes Glückgefühl: Dieser Tag hätte für mich nicht besser laufen können. Wir haben unser erstes JMD-Turnier tatsächlich gebounced. Und mit was für emotions. Wir werden es bestimmt wieder tun, dazu war es einfach zu schön.

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