Hessen tanzt 2013

12. Mai 2013 in Artikel

Es war eine Zitterpartie. Die Paare hatten sich bereits gemeldet, ich hatte aber noch keinen Bus und auch keine Übernachtung gebucht. Durch die dichte Lage der Feiertage gab es keine freien Busse mehr.
Nur durch das unnachgiebige Telefonieren und Nachhaken, hat der Busfahrer persönlich ein passendes Gefährt organisieren können. Die Übernachtung hat sich auch erst zwei Tage vor Abfahrt in Schriftform fixiert. Daran lagen aber die tiefen Welten der Bürokratie, die auch vor einem Stadtschulamt nicht haltmachen.

Aber Ende gut, alles gut. Am Freitagnachmittag (10.05.) ging es dann auch pünktlich in Dresden los. Leider waren einige Personen schon beim Anlassen des Motors klatsch nass. Das Wetter sollte sich aber bessern.
Die Tour verlief problemlos, trotz der Ankündigung des Busfahrers, dass er schon seeehr lange keinen Bus mit manueller Schaltung gefahren hat. In Frankfurt erwartete uns die liebe Frau Brown bereits. Vorher musste jedoch noch ein Engpass überwunden werden. Rechts ein Auto, links zu viel Gestrüpp. Das Auto ging nicht zu verschieben, das Gestrüpp durch den Einsatz von wagemutigen Männern jedoch schon! Danach war der Weg frei zum Abendbrot. Alle freuten sich auf den angekündigten Nudelsalat. Und der kam in Hülle und Fülle!

Gestärkt wurden die Feldbetten aufgebaut, erste Duschgänge durchgeführt und alle wurden mit einem leichten gleichmäßigen Seuseln in den Schlaf gewogen, bis sie erst wieder durch das unheilvolle vibrierende Gegoggel eines Plastikapfels geweckt worden. Aber damit konnte er Beginnen – Tag 1! 22 Turniere folgten. Viele gute Platzierungen folgten, andere sorgten mit Ihren Platzierungen für die running gags des gesamten Wochenendes.
Abgekämpft freuten sich wieder alle auf das Abendbrot. Da wir so viele fleißige Helfer hatten, entschied sich der Organisator für die am wenigsten aufwändige Lösung. Nudelsalat. Das Echo kam promt. Überall begeisterte Gesichter, erst Recht als die Fleischbeilagen in den Mägen verschwunden waren. Aber die Anweisung hieß, erst wenn der Salat alle ist, gibt es die warmen Nudeln mit der leckeren Bolognese-Sauce. Einer hat dieses Ziel noch beim Sonntagsfrühstück verfolgt. Andere hatten den ernsthaften Gedanken, ihre Startgebühr mit dem Verkauf von kleinen Nudelnportionen zu decken. Satt sind trotzdem alle geworden, geschmeckt hat es auch und für das nächste Mal wissen wir: es müssen nicht unbedingt 10 kg Nudelsalat sein.

Auch der Abend von Tag 2 verlief unerwartet ruhig. Kein Versuch, die Klassenfahrt-Atmosphäre in irgendeiner Art und Weise für feuchtfröhliche Ausflüge zu nutzen. Muss wohl doch am Durchschnittsalter der Tänzer gelegen haben. Tja, die Zeiten ändern sich anscheinend.
Am nächsten Morgen musste das Feldlager geräumt werden. Als der Inhalt der unzähligen Haarsprayflaschen, Make-Up Stifte und anderer Materialien des Farbkastens an Ort und Stelle waren, konnte mit dem Aufräumen der Nudelsalattruppe begonnen werden. Kehren, wegräumen, aufwaschen, Bus packen, Busfahrer bei Laune halten, Übergabeprotokoll ausfüllen und letzter Small-Talk mit der Schulverwalterin sind nur eine kleine Auswahl der ausgeführten notwendigen Tätigkeiten. Aber wie allgemein üblich, führten die eigenhändig ausgeführten Arbeiten zu satten Rabatten. Und mittlerweile kennen mich die meisten…
Die letzten Turniere standen jetzt noch auf der Tagesordnung. Während die einen schon ihren Pflichtteil absolviert hatten, folgte gegen 15 Uhr die Lateinfraktion. Das gute Abschneiden der Paare führte zu einer Abfahrtszeit, welche sich irgendwo zwischen 19 und 20 Uhr befand. Der kleine Schwund an Businsassen für die Rückfahrt konnte mit außersächsischen Mitfahrern wieder wett gemacht werden.

Sobald sich der rote Bus wieder auf der Autobahn befand, folgte die Routine bei solch gemeinsamen Turnierfahrten. Die nicht so zähen Tänzer lagen hinten, der Rest erfreute sich zur Musik des Busfahrer, genoss einen Apfel und ein Gummitierchen und lauschte gespannt dem Unterhaltungsprogramm eines körperlich großen männlichen Tänzers, dessen Name mit P anfängt und auf hil endet. Unterstützt wurde das Ganze durch eine gläserne Batterie der Sorte Feige. In Dresden angekommen, wurde die Fracht schnell ausgeladen, sortiert und verteilt. Jedes Gepäckstück fand dazu auch seinem Besitzer.
Tja, und danach? Das übliche: restliche Äpfel aufessen, Gummitierchen reinzwingen, Apflelschorle austrinken, Bus ausfegen, Fenster putzen,… Danach konnten zwei Personen aber immer noch nicht nach Hause. Der nette Busfahrer und seine holde Meid mussten die Kutsche noch in ihr Gestüt bringen, Umbauten vornehmen und danach durften sie in ihr eigenes Gefährt steigen und in Richtung des eigenen Bettes düsen. Zu diesem Zeitpunkt schlummerten die Teilnehmer schon zufrieden in ihren Betten und träumten sicherlich – wie soll es anders sein – von einer Fahrt nach Frankfurt mit leckerem Nudelsalat 2014!

Danke an alle Helfer, insbesondere an Robert, der mir beim Gummibärenverschleiß starke Konkurrenz bescherte!

2013_Hessentanzt_kl

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