Herbstball Hartha

10. November 2012 in Artikel, Ergebnisse

Ergebnisse Herbstball am 10.11.2012 in Hartha

Hauptgruppe D Standard 3 Paare Gesamtergebnis
Hauptgruppe C Standard 6 Paare Gesamtergebnis
Hauptgruppe B Standard 5 Paare Gesamtergebnis
Hauptgruppe A/S Standard 8 Paare Gesamtergebnis
Hauptgruppe C Latein 7 Paare Gesamtergebnis
Hauptgruppe B Latein 4 Paare Gesamtergebnis
Bambini Latein 4 Paare Gesamtergebnis
Bambini Standard 3 Paare Gesamtergebnis

Wenn Turniere zur Prüfung werden: neue Wertungsrichter braucht das Land

Es geschah an einem kalten Novembertag in der HarthArena, einer Multifunktionshalle in der Stadt Hartha bei Döbeln. Wo nicht nur drei Volleyballfelder hineinpassen, sondern auch eine Tanzfläche von 18 mal 12 Metern mit ganz viel Platz zum Verlaufen drumrum. Uhrenvergleich: 10.11.2012, 12:45. Gerade ist der Langsame Walzer im Finale eines C-Standard-Turniers zu Ende gegangen. Totenstille. Die meisten denken sich: Für die 39 Menschen, die gerade rund um die Fläche stehen müssen, ist es eh schon schwer genug. Wenn ich da jetzt ein Paar anfeuere, und das vielleicht auch noch zurücklächelt? Wäre das nicht Ablenkung der armen Prüflinge? Oder Beeinflussung der Leitwertungsrichter?
Bei 60 Metern Gesamtumfang der Tanzfläche liegen etwa 1,50 Meter Platz zwischen zwei Augenpaaren, die eines nicht dürfen: Auf den Zettel des Nachbarn schielen. Das hätte wohl auch keinen Zweck. Dieter Taudien is watching you. Als Chef der Prüfungskommission und oberster Hüter des Wertungsrichterwesens in Deutschland ist dies sein Job. Je dichter die Paare beieinander liegen, desto gemischter der Zahlensalat. Und sie lagen dicht. Das ist gut für die Prüflinge.

Der Turnierleiter bittet das Publikum höflich, doch einmal zu klatschen und die Paare zu unterstützen. Vereinzelte Hände treffen sich nun und erzeugen einen leichten Krach zur Aufmunterung der Paare. Kurz vor Ende des Finales lässt der Turnierleiter dann noch jene fünf „echten“ Wertungsrichter vortreten, die die Paare eigentlich hätten anlächeln müssen, um etwas zur Verbesserung des Ergebnisses im eigenen Startbuch zu tun. Vielleicht hätte er diese Ansage fairerweise eher machen sollen. Aber hätten die Paare bei den vielen Gesichtern die „Richtigen“ wirklich wiedererkannt? Nach insgesamt 8 Tänzen in Vorrunde und Finale ist der Spuk vorbei. Da es keine offene Anzeige gibt, hat keiner eine Ahnung, wie das Turnier gelaufen ist. Nur die beiden Sieger in C-Standard und Latein genießen den Luxus einen schnellen Ergebnisdienstes. Weil der Turnierleiter (un)auffällig zur Lösung der beliebten „Mittanzfrage“ zu Besuch kommt und die B-Klasse noch vor der Siegerehrung starten soll. Verkehrte Welt: Der Standardsieger ziert sich. Nicht wegen dem Wiener Walzer, sondern weil er noch Kräfte für Latein sparen möchte. Was aber erst zwei Stunden später dran war. Der Lateinsieger tanzt mit, obwohl er im Paso Doble mangels Programm komplett pausieren muss. Und in diesem Turnier trotzdem noch ein Paar hinter sich lassen kann.

Gruppenbild mit Teilnehmern der Turniere

Gruppenbild mit Teilnehmern der Turniere

Der Autor behauptet hiermit: Prüfungsturniere einer Wertungsrichterprüfung sind für die Paare als tanzendes „Prüfmaterial“ und die Turnierleitung nicht weniger aufregend als für die Prüflinge selbst. Schade für die Paare und vielleicht noch vielmehr für die Leitwertungsrichter ist es, dass die Einzelmeinungen der vielen Prüflinge leider nicht veröffentlicht werden dürfen.
Traurigerweise haben nur 10 der 31 Prüflinge sämtliche der insgesamt 5 Teilprüfungen bestanden. So dass die im Anschluss geplante feierliche Verleihung der Wertungsrichterwürde auf Wunsch der meisten Teilnehmer ausfiel. Es hat sich jedoch inzwischen herumgeschwiegen, das Dresden mit 5 und Pirna mit 2 „Bestehern“ der TOP-Ballungsraum für erfolgreiche Wertungsrichterneulinge war. Herzlichen Glückwunsch, ein gutes Auge und einen guten Stift hiermit allen erfolgreichen Absolventen mit den frisch gedruckten Lizenzkarten. Die Tendenz geht für Euch ab sofort klar zum Dritt-Kuli.

Ohne diese Prüfung hätte die Veranstaltung vermutlich gar nicht stattgefunden. Sehr wenige Paare wollten dieses Turnier tanzen und sehr wenige Gäste das Ballturnier abends sehen. Der Stadt Hartha und damit auch ein wenig den Steuerzahlern dieser Stadt gilt ein großes Dankeschön, weil diese den Großteil des vierstelligen Verlustes für den Tanzsport übernommen haben.

Früher wurden Prüfungsturniere mit „bestellten Paaren“ als Schauwettkampf ausgetragen. Heutzutage muss es nach der Prüfungsordnung ein echtes Turnier sein. Das kann im Angesicht der aktuellen Starterfelder leicht nach hinten losgehen …
Da man für eine Prüfung mindestens 6 Paare braucht, wurde in Standard intensiv um die Paare gebuhlt. Speziell in Berlin wurde ein Teil des Präsidiums und ein weltbekanntes soziales Netzwerk bemüht:
Ergebnis: In Standard wurde kein Paar gewonnen. Dafür haben die alle drei Berliner Latein-Paare, allesamt schon lange vor der „Suchaktion“ fristgerecht gemeldet, kurzfristig wieder abgemeldet. Das Berliner Präsidium darf die sächsiche Dankbarkeit für die versuchte Hilfe aus diesem Text herauslesen. Die betroffenen Paare unsere Enttäuschung, dass diese Häufung von Abmeldungen in dem konkreten Fall zu erhöhter Unruhe in der Vorbereitungskommission führte.

Achtung: diese hübschen Damen kassieren manchmal Startgebühren ab, obwohl gar keine ausgeschrieben sind

Achtung: diese hübschen Damen kassieren manchmal Startgebühren ab, obwohl gar keine ausgeschrieben sind

Das Prüfungskommitee hatte Glück: 6 Paare in Standard und 7 Paare in Latein standen am Ende auf der Fläche.

Nein, diese beiden gehören nicht zum Prüfungsturnier

Nein, diese beiden gehören nicht zum Prüfungsturnier

... und diese beiden auch nicht. Sie waren abends einzeln dran

… und diese beiden auch nicht. Sie waren abends einzeln dran

Den 100 Zuschauern am Ballabend hinterher, den die Prüflinge kostenfrei miterleben durften, wurde ein leidenschaftliches Programm mit einem Einladungsturnier Standard, Ballett, Mitmach-Salsa und einer Latein-Show geboten. Ich habe es selten erlebt, dass die Tänzer das Publikum derart begeistern konnten. So dass im Rahmen der Ovationen so laut Zugabe gerufen wurde, dass die Paare nach der vorher geplanten Zugabe schlichtweg nochmal ran mussten, weil die Masse sonst keine Ruhe gegeben hätte. Damit hat ein aufregender Tag 22 Uhr ein sehr schönes Ende gefunden. Für die meisten zumindest. Die Anderen war da schon längst weg und bereiten sich nun fleißig auf die Nachprüfung vor.

Vorsicht! Bei dieser russischen Ehefrau gilt die 0-Promille-Grenze!

Vorsicht! Bei dieser russischen Ehefrau gilt die 0-Promille-Grenze!

Vielseitig: Ballett by Annika Röhl

Vielseitig: Ballett by Annika Röhl

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