Sächsische LM HGR Latein 2006 in Kamenz

4. März 2006 in Ergebnisse

Sächsische Landesmeisterschaften Lateintänze am 04.03.2006 in Kamenz, Hotel „Stadt Dresden“

HAUPTGRUPPE D-Klasse Latein 10 Paare Gesamtergebnis
HAUPTGRUPPE C-Klasse Latein 12 Paare Gesamtergebnis
HAUPTGRUPPE B-Klasse Latein 14 Paare Gesamtergebnis
HAUPTGRUPPE A-Klasse Latein 18 Paare Gesamtergebnis
HAUPTGRUPPE S-Klasse Latein 8 Paare Gesamtergebnis

 

Die 300 Gäste im festlichen geschmückten Ballsaal des Hotels „Stadt Dresden“ in Kamenz hatten unter der Schirmherrschaft des Bürgermeisters das Glück, an spannenden Meisterschaften teilhaben zu dürfen. überhaupt muss den Kamenzern ein Lob gezollt werden: Sie nahmen das Turnier nicht nur hervorragend an, es engagierten sich auch zahlreiche Sponsoren der Region. Der TSC Excelsior Dresden und aktive Breitensportler aus Kamenz und Umgebung organisierten eine tadellose Meisterschaft. Insgesamt 56 Paare hätten sächsischer Landesmeister werden können, nur ein Paar musste krankheitsbedingt abmelden. Dies ist rekordverdächtig!

Der Nachmittag fing ruhig und geregelt an. In den ersten Klassen wurde nur das Verlesen der Wertungen häufiger geübt. Wertungsrichter C setzte sich nach Anzeigefehlern mit 3:2 ganz knapp gegen Wertungsrichter D durch, weitere Kollegen hatten sich an diesem „Wettstreit“ nicht beteiligt…:-)

Aus den zehn Paaren der Hauptgruppe D bildete sich eine Dreier-Spitzengruppe. Am Ende gewannen David Mühler/Susann Vogel, TSZ Borna/Neukirchen vor Andy Künne/Anja Lösch, TSC Synchron Chemnitz und Kai Tobias/Claudia Kolpe, TC Grün-Gold Görlitz. Die ersten beiden Paare nahmen das Aufstiegsrecht wahr und verstärkten das Feld der C-Klasse auf zwölf Paare, konnten dort allerdings keine Akzente setzen.

In diesem Turnier wurde es zum ersten Mal dramatisch. Es sollte sofort eine Endrunde getanzt werden und dementsprechend wurde die vorgeschriebene Kreuzvorgabe von exakt sechs Kreuzen gewählt. Nach der Vorrunde bot sich von den Plätzen vier bis neun folgendes Bild der Kreuze: 19-19-18-17-17-3. Nach strengen Regeln des DTV hätte nunmehr ein Finale mit sechs Paaren durchgeführt werden müssen. Die sportliche Fairness gebot jedoch eine Zwischenrunde mit acht Paaren. So wurde beraten, abgewogen und die TSO gewälzt, ob man denn von einer Absicht, ein Finale zu erreichen, nachträglich noch abweichen darf. Zugunsten der Tänzer wurde nach 15-minütiger Beratung eine Zwischenrunde beschlossen. Gewinner dieser Entscheidung waren Karsten Wendt/Sylvia Weise, TSC Excelsior Dresden, die dadurch sogar auf den dritten Rang vorstoßen konnten und dies zum Aufstieg nutzten. Karstens für Turniertanzsport ungewöhnlicher Bartwuchs wurde von den Wertungsrichtern zunehmend besser verkraftet und die sehr gute Rhythmik dieses Paares bis hin zu Bestwertungen im Finale entsprechend honoriert. Besser waren nur die Geschwister Marc und Janine Mühlmann, TSC Serenade Dresden und die Leipziger Sieger Eduard Kats/Rebecca Schöne, TC Rot-Weiß. Beide wollten in der C-Klasse bleiben.

Bei 14 Paaren der B-Klasse brauchte man sich über eine eventuelle Zwischenrunde keine Gedanken zu machen. Ein auffallendes Paar war Michael Blessing/Constanze Nicklisch, TSK Residenz Dresden, die nach zwölf Kreuzen der Vorrunde auf Platz zehn bis elf kurz vor dem Ausscheiden lagen. In der Zwischenrunde waren es plötzlich 19 Kreuze und im Finale brachte das Rechenglück um die gleichwertigen Plätze vier bis sieben sogar Platz fünf hinter Christoph Rosenkranz/Marien Alexander, TSC Silberpfeil Pirna ein. Die gemischten Wertungen des Finales brachten eine Lehrbuch reife Skating-Aufgabe für Turnierleiterschulungen zustande. Im Skating um Platz sechs hatten Steffen Nowak/Tina Hering, TSC Excelsior Dresden als absolute Rarität alle sechsten Plätze belegt und weiter Lukas Klotzsche/Sylvia Jumel, gleicher Verein vierte, fünfte und siebte genau so, dass sich die gleiche Summe ergab.

Die Dreier-Spitzengruppe kümmerte das wenig: Christian Sennewald/Anne Krüger, TSK Residenz Dresden holten Bronze. Andreas Lützner/Doreen Scheinpflug, TSC Excelsior Dresden hatten – nach der LM Standard fünf Monate zuvor – ihre zweite Chance, Meister der B-Klasse werden. Das Paar Tobias Helbig/Carolin Krüger, TK Blau-Gold Leipzig gewann allerdings alle Tänze bis auf die Samba, so dass nur ein weiterer Vizemeistertitel heraussprang.

Die A-Klasse mit 18 Paaren war erfreulich stark besetzt und bildete ein klares Finale heraus (24 zu 12 Kreuze zwischen Platz sechs und sieben). Im Vergleich zur letzten Standardmeisterschaft setzten sich die „Erwachsenen“ gegen die „Jugendlichen“ diesmal erfolgreicher zur Wehr und teilten die Finalplätze gerecht untereinander auf. Der Kampf um Gold ging mit 3:2 Tänzen knapp an einen jugendlichen Neuzugang aus Brandenburg: Bartosz Abramyk/Marion Hopf, STK Impuls Leipzig. Das Nachsehen hatten Willy und Linda Wurch, TC Blau-Gelb Grimma. Für Marion Hopf ist die Dresdner Gegend ohnehin ein gutes Pflaster: 2001 gelang ihr in Dresden der erste große Sieg ihrer Karriere beim Deutschlandpokal Junioren l B, versüßt mit einem gewonnen Hotelwochenende am Rand von Elbflorenz. Christian Langer/ Jenny Müller, TSC Excelsior Dresden wurden praktisch „kampflos“ Dritte, sowohl nach vorn als auch nach hinten war ein großer Abstand zum nächsten Paar erkennbar. Die Plätze vier bis sechs waren wieder eng beisammen: Benedikt Grünberg/lsabell Derichs, TSK Residenz Dresden kamen zwar nur als sechste ins Finale, hatten aber dort das Glück der Tüchtigen. Im Kampf um Platz fünf und „Erwachsenensilber“ war es noch knapper: Die kampfstärkeren Sebastian Bronst/Tina Kräcker, TSZ Borna/Neukirchen bezwangen am Ende die publikumswirksameren Erik Heyden/Julia Luckow, TC Galaxy Dresden.

Im Gegensatz zu Standard 2005 kamen die vier feststehenden Lateinmeister alle aus dem Raum Leipzig. Ein weiterer Sieg in der S-Klasse war unwahrscheinlich. Im Vorfeld war es keine große Kunst, Wetten darauf abzuschließen, dass der Landesmeister Latein 2006 Christoph heißt und aus Dresden kommt. Die spannende Frage war nur, wie der Name der passenden Partnerin lautet.

Ein Gast aus Thüringen – Dominik Heinrich/Claudia Matthes, TSZ Gera – wurde für die weite Anreise nur mit einem Kreuz und der Teilnahmeberechtigung für die Deutsche Meisterschaft belohnt. Die 15 Kreuze des sehr knapp ausscheidenden Anschlusspaares Martin Scammel/Katja Vörtler, TSC Excelsior Dresden zeigen – die Thüringer mögen es verzeihen – dass der harte sächsische Konkurrenzkampf die Leistungen belebt.

Norman Pohle/Linda Ritter, TC Blau-Gelb Grimma und Marco Randel/Stephanie Blob, TSK Residenz Dresden waren an diesem Abend drei bzw. ein Kreuz(e) besser und dadurch im Finale. Die Sieger der A-Klasse haben als Vierte bewiesen, dass sie eine wertvolle Bereicherung wären, wenngleich sich kein A-Klassen Paar zu einem Aufstieg entschloss. Auf Platz drei befand sich eine neue entwicklungsfähige Paarzusammenstellung: Konstantin Niemann/Anastasia Davy-dova, STK Impuls Leipzig. Die Anfeuerungen „Dawai, Nastja, Dawai“, die die „Christoph, Christoph“ Rufe ab und zu unterbrachen, halfen zu keiner Zeit, die Feinabstimmung muss noch besser werden, um den beiden großen Favoriten wirklich Paroli bieten zu können.

Der Christoph mit Elena war bei der „LM-Generalprobe“ IDSF Latein in Pforzheim mit Sicherheitsabstand hinter seinem Namensvetter platziert, wollte das Feld in Kamenz jedoch nicht kampflos überlassen und präsentierte sich hoch motiviert. Beim Christoph mit Blanca konnten aufmerksame Beobachter feststellen, dass gelegentlich ein weißes Taschentuch im schwarzen Oberteil verschwand. Die Nachwirkungen einer Grippe machten die „Sondermaßnahme“ nötig.

Im Finale gehörte die Samba klar den Titelverteidigern, der Paso Döble den Herausforderern. Ansonsten waren die Leistungen so gemischt, das allen Mitrechnenden vor dem Jive der Atem stockte. Jeder Christoph hatte 14 Einsen und 14 Zweien auf dem Konto. Exakter Gleichstand. In der Endabrechnung gelang dem einen Christoph mit einer einzigen Eins mehr die Titelverteidigung trotz Krankheit nicht ganz so glanzvoll wie erhofft, der andere bleibt für ein weiteres Jahr Herausforderer. So nahmen am Ende vier nicht ganz so glückliche Gesichter die Glückwünsche für Gold und Silber entgegen.

Das Gesicht der Sieger hatte wenig später dennoch Grund zum Strahlen: Von großem Beifall begleitet, erhielten die alten und neuen Landesmeister für die höchste Ehrung, die einem sächsischen Tanzsportler zuteil werden kann. Die Auszeichnung mit der goldenen Ehrennadel des Landestanzsportver-bandes Sachsen für den Vizeweltmeistertitel Zehn Tänze 2005 verbunden mit zwei Ehrentänzen bildete einen würdigen Abschluss der diesjährigen Meisterschaft.

Danach gehörte die Fläche den Kamenzern, die von der Glücksklee-Band (Pirna) mit hochwertiger Tanzmusik unterhalten wurden.

 

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