Sportlergala 2006: Förderpreis Spitzensport

4. Februar 2006 in Artikel

Die Sportlergala und die damit verbundenen Ehrungen der Sportler des Jahres 2005 der sächsischen Landeshauptstadt waren eine der jüngsten Sternstunden des sächsischen Tanzsports.
Christoph & Blanca sind seit einigen Jahren in der Kategorie Mannschaft für den Preis nominiert, aber die Berichterstattung in den Medien sorgt für einen ungleich höheren Bekanntheitsgrad der übermächtigen Konkurrenz wie Dynamo Dresden, Dresden Monarchs oder Dresdner Eislöwen (Sieger 2005).
Deshalb existiert eben dieser Förderpreis, um herausragende Leistungen außerhalb der Hauptsportarten zu würdigen. Der Beinahe-Weltmeistertitel von Wien 2005 war eine solche Leistung und wurde in Dresden glücklicherweise auch so wahrgenommen.

So machte Dietrich Rupp, Präsident des Landestanzsportverbandes Sachsen, als Laudator das Sportpublikum mit den beiden Tänzern bekannt und Oberbürgermeister Ingolf Roßberg deutete bei der anschließenden Übergabe der Urkunden an, dass die Beiden nicht ganz zufällig direkt an seiner Seite platziert wurden. Das Stadtoberhaupt, am Tisch von seiner Gattin und Blanca optisch sehenswert eingerahmt, genoss den Abend sichtlich und nutzte außerhalb seiner protokollarischen Zwänge die Zeit intensiv zum angeregten Gespräch mit Christoph und Blanca. Er war beeindruckt von der Geschichte der feurigen Spanierin, die mit 19 Jahren ohne ein Wort Deutsch in Petto von Barcelona in die Fremde auszog, um mit einem sehr ehrgeizigen Elbflorenzer Weltmeisterin zu werden.

Die Zuschauer kamen zwar nicht in den Genuss ihrer Paso-Doble Show, dennoch konnte die Dramaturgie ihres Auftritts am späteren Abend nicht besser sein:
Kurz zuvor zeigten überwiegend Damen eines Chemnitzer Modeteams, dass Kleidung in armeegrünen Tarnfarben im kommenden Jahr der Renner werden. Sie versuchten sich dazu ballgemäß an einer eilig einstudierten Jazzdance/Lateinchoreographie, die vielleicht zwei Damen tatsächlich beherrschten. So stolperte die wenig selbstbewusst wirkende khakifarbene Mehrheit, immer eine Nebenfrau im Augenwinkel suchend, von einer asynchronen Peinlichkeit in die nächste.

Als Christoph mit Hut und brustfreiem Sakko das Publikum wieder auf Betriebstemperatur vorgewärmt hatte, betrat auch Blanca zum Chacha die Fläche. Die beiden zündeten ihr Latein-Feuerwerk. Allerdings schloss Christoph nach wenigen Sekunden Bekanntschaft mit der Metalleinfassung einer Parkettplatte. Vor 1500 Zuschauern im Kongresszentrum auf dem Hosenboden sitzend, dachte er eine Sekunde nach, wie viele Jahre es wohl her sein mag, dass sich ein solch ungewolltes Element in seine Choreographie einschlich. Danach benutzte er sein unnachahmliches Showtalent für ein „Stand up like a champion“ und setzte das Lateinfeuerwerk fort. Die Rumba ohne Hut und Sakko lebte von Blancas enormer Ausdrucksstärke, so locker und gelöst hat sie bisher selten erotisch geknistert. Der charmante OB und Christophs kleines Missgeschick machten es wohl möglich…
Später kam im Übrigen noch einmal das Chemnitzer Modeteam mit einer Dessous-Präsentation zum Zug. Er in Feinripp und Sie in Spitzen-Body samt Netzstrumpfhose zeigten niveaufrei das ChaCha-Programm eines Tanzschul-Grundkurses. Der Übergang zurück von Weltklasse zu Holzklasse war perfekt gelungen. Für die Pechvögel in Unterwäsche blieb nur ein Fazit: Mal verliert man, mal gewinnen die Anderen. Schön, wenn man zu den Anderen gehören darf.

Der Schein trügt nicht: OB Roßberg und die Geehrten verstanden sich prächtig

Unser Vereins-Stand beim Sportlerball im Sinne von 50 Jahre Chronik und WM-Titel-Kurs

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