HGR LM Standard in Leisnig

8. Oktober 2005 in Ergebnisse

Sächsische Landesmeisterschaften Standardtänze am 08.10.2005 in Leisnig

HAUPTGRUPPE D-Klasse Standard 9 Paare Gesamtergebnis
HAUPTGRUPPE C-Klasse Standard 7 Paare Gesamtergebnis
HAUPTGRUPPE B-Klasse Standard 14 Paare Gesamtergebnis
HAUPTGRUPPE A-Klasse Standard 24 Paare Gesamtergebnis
HAUPTGRUPPE S-Klasse Standard 14 Paare Gesamtergebnis

 

Der Veranstalter Special Event GmbH aus Leisnig gab sich alle erdenkliche Mühe, die Karl-Zimmermann-Sporthalle in einen festlichen Tanzsaal zu verwandeln. Vollständig gelang dies jedoch nicht, weil die zahlreichen Biertischgarnituren, die unter sehr ansehnlichen Tischdecken versteckt waren, leider keinen Platz für Tischschmuck zuließen.

In den fünf Wettbewerben mit insgesamt 68 Starts waren ansehnliche Preise und Pokale zu gewinnen, die im Wesentlichen dem in der Nähe ansässigen Hauptsponsor Sachsenobst zu verdanken waren. Im Tanzsportgeschehen traten unter anderem Geschwisterpaare positiv hervor. Da waren zum einen die Sennewald-Brüder aus Dresden, die schon durch das Schieben eines Rollstuhlfahrers über die 10 km-Strecke beim Dresden-Marathon auf sich aufmerksam machten und nun auch tänzerische Meriten sammeln konnten. Der in der D-Klasse mit Sandra Deponte angetretene Sebastian hatte als einziger die Chance, an diesem Nachmittag zwei Klassen aufzusteigen. Nach dem Sieg in der D-Klasse hätte es auch zu Silber in der C-Klasse reichen können. Auf den Doppelaufstieg verzichteten beide jedoch. Ein Treppchen höher des nur von Dresdner Paaren besetzten Podestes standen Vladislav Scolnic – Maria Malkowa, die diese Position sehr knapp behaupteten. Der Sieg in der C-Klasse ging an Robert Janik – Felicitas Timmler, die ihrer Favoritenrolle gerecht wurden und das Finale in der B-Klasse mit Platz 8 in greifbarer Nähe hatten.

Der zweite Sennewald-Bruder Christian griff mit Anne Krüger erst in der A-Klasse in das Geschehen ein. Nach einer hervorragenden Vor- und Zwischenrunde waren beide auf Finalkurs und erreichten danach mit Platz acht den inoffiziellen Vizelandesmeistertitel hinter den ungekrönten Landesmeistern Martin Herrmann – Elisabeth Wiedenbruch, denen nur zwei Kreuze zum Finale fehlten. Dieses Finale war dank des Doppelstartrechts durchgehend mit Jugendpaaren besetzt. Die ersten drei Paare hatten dabei zweifellos mehr als A-Klassen-Reife. Zwei der drei Treppchenpaare hatten ein Einsehen und entschieden sich zum Aufstieg. Ein Wunsch der ambitionierten „echten“ Hauptgruppenpaare, dass die Doppelstartregelung – die ein Startrecht von vermeintlich schwächeren Paaren in stärkeren Klassen ermöglichen soll – nur für die tatsächlich höchste Startklasse (S-Klasse) gelten möge, wird sich wohl nicht erfüllen, es bleibt der Kampf um die freigewordenen Finalplätze bei der kommenden Meisterschaft.

Da staunt der Turnierleiter: Christian Sennewald & Anne Krüger

Da staunt der Turnierleiter: Christian Sennewald & Anne Krüger

Eines dieser beiden Sonderklassenpaare waren die Leipziger Geschwister Koschkar, die die größte Kondition aufbieten durften und in A- und S-Klasse ingesamt sechs Runden tanzten. Der zweite Platz gegen die Clubkameraden Daniel Wellhöfer – Lisa Kern wurde dank eines übergewichts von 4:3 Wertungsrichterstimmen knapp verteidigt. Gewonnen hat dieses Turnier übrigens auch eine Sophia mit Namen Weis samt Andre Vörtler (Dresden). Ob Ihrer Dominanz in der A-Klasse hätten viele im Saal gern erfahren, ob die Leistung zum Finale des folgenden Turniers der S-Klasse gereicht hätte. Die Antwort blieb aus, da beide in der Vorrunde des S-Klassen Turniers nach einem Tanz (4 von 7 Kreuzen, Anschlussplatz zur Zwischenrunde) aufgaben. An einigen Tischen mit weniger eingefleischten Tanzsportfans aus der Region entstanden rege Gespräche, da ihre gerade gewonnenen Publikumslieblinge plötzlich nicht mehr dabei waren.

Entschädigt wurden Sie in dieser Königsklasse von zwei Tanzsport-Giganten: Oliver Thalheim – Tina Spiesbach (Leipzig) und Christoph Kies – Blanca Ribas-Turon (Dresden). Erstere starteten wie die Feuerwehr als deutliche Kampfansage an die Wertungsrichter zur Vergabe möglichst vieler Bestnoten.
Letztere begannen eher zurückhaltend und tauten erst auf, als beide Paare im Quickstep der Vorrunde erstmals aufeinander trafen. Kies/Turon wurden beim gemeinsamen Ausscheiden in Zwischenrunden internationaler Turniere schon von einigen Paaren geschlagen oder nahezu gestellt, die dann beim Kampf Mann gegen Mann oder besser Paar gegen Paar um die Einsen eines Finales keine Siegchance hatten. So kam es auch dieses Jahr wieder, dass Christoph Kies und Blanca Ribas-Turon effizient, kraftvoll und energisch ihren verdienten Landesmeistertitel abholten. Zwei Einsen für Thalheim/Spiesbach waren am Ende etwas wenig für den unübersehbaren Kampfgeist, den Meistern näher „auf die Pelle“ zu rücken. Die Bronzemedaille für Daniel Winkler und Anna Geuchmann (Leipzig) wurde mit einer zwei versilbert und verdeutlichte, dass der Nachwuchs für den Konkurrenzkampf an der Spitze bereits in den Startlöchern steht.

Chris & Blanca auf dem Weg zum Sieg

Chris & Blanca auf dem Weg zum Sieg

Die S-Klasse enthielt mit Richard und Doreen Weigel ein weiteres Geschwisterpaar, leider vom Pech verfolgt. Als begnadete Vorrundentänzer lagen beide mit Platz fünf klar auf Finalkurs. Wegen des 14-paarigen Starterfeldes musste jedoch eine Zwischenrunde getanzt werden. Danach stand nur Platz sieben zu Buche. Damit waren die beiden sympathischen Dresdner erstmals seit längerer Zeit nicht im Finale vertreten.

Anschlusspaar: Richard & Doreen Weigel kurz vor ihrem Karriereende

Anschlusspaar: Richard & Doreen Weigel kurz vor ihrem Karriereende

Nach vier Siegen für Paare aus Dresden blieb im Turnier der Hauptgruppe B, dessen Finale aus viermal Dresden und je einmal Pirna und Zwickau bestand, eine kleine Chance, einem Paar außerhalb der Landeshauptstadt die Siegerkrone aufzusetzen. Andreas Lützner – Doreen Scheinpflug – eine der beiden Turnierfavoriten – wollten das verhindern, mussten sich nach abwechslungsreichem Kampf den Pirnaern Christian Platz – Anja Pritzsche geschlagen geben. Nach den Kreuzen zu urteilen, hatten drei weitere Paare berechtigte Chancen auf Bronze. Umso überraschender war der klare Vorsprung für Philipp Kuhn und Magdalena Günther (Dresden), die als einziges Paar eine verunglückte Vorrunde (24 Kreuze) mit einer guten Zwischenrunde (33 Kreuze) wettmachen konnten.

In diesem Turnier hatte auch der Turnierleiter seine Bewährungsprobe: Der langsame Walzer im Finale gefiel einem Wertungsrichter so gut, dass die Platzziffer drei doppelt vergeben war und dafür keine sechs. Vor diesem Fehler hat jeder Wertungsrichter großen Respekt und beim Berichtigen der Wertungen übt der Turnierleiter das Verlesen von Zahlenkolonnen. In den weiteren Finaltänzen durfte nahtlos weitergeübt werden, denn das sonst sichere Protokollteam um Mario Weidner und Ulrich Trodler ließ sich vom Fehlerteufel anstecken. Dietrich Rupp, der auch an diesem Abend wieder glänzend durchs Programm führte, bekam für sein Stehvermögen beim Vorlesen der Zahlen am Ende der Veranstaltung eine Sonderurkunde: Platz eins in der Kategorie Turnierleitung der Sächsischen Landesmeisterschaften Standard 2005. Bei der Konkurrenz, die im Saale anwesend war, ein guter Erfolg.

 

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